Wie Hörspiele die kindliche Entwicklung beeinflussen
„Lerne hören, Freund, – so lernst du prüfen und sprechen!“ (Johann Kaspar Lavater)
24.07.2023
Welche Relevanz haben Hörspiele für die (früh-)kindliche Entwicklung?
Ohren lassen sich nicht abschalten. Bereits ab der 23. Schwangerschaftswoche sind Kinderohren im Mutterleib aufnahmefähig. Durch sie erfährt das Kind den ersten Kontakt mit den Eltern und verarbeitet die akustischen Einflüsse der Umwelt. Das Hören ist deswegen für die psychosoziale Entwicklung des Menschen besonders wichtig. Vor allem für die Sprachentwicklung des Kindes ist das Hören relevant. Nur wenn ein Kind richtig hört, lernt es richtig zu sprechen. Die spätere Kommunikationsfähigkeit und somit auch die Bildungschancen werden durch die Fähigkeit zum Hören stark beeinflusst.
Zuhören-Können ist zur Bewältigung des Alltags äußerst wichtig. Man kann mit Hilfe verschiedener Hör-Übungen ‚richtiges‘ (Hin-und Zu-)Hören trainieren. Dabei macht man das Gehör für die auditiven, also für die Hör- Eindrücke aus der Umwelt ‚empfindlich‘. Wer aufmerksam der Welt zuhören kann, die ihn umgibt, kann so viel über sie erlernen. Tolle Anregungen zum Thema Hören-Lernen findet man auch auf der Seite der Ohrenspitzer.
Was können Hörspiele?
Hörspiele, richtig eingesetzt, schulen das Gehör sowie die Medien- und Sozialkompetenz des Kindes. Kinder lernen beim Zuhören eine abstrahierte Welt aus Tönen, Geräuschen und Sprache gedanklich zu verarbeiten. Sie regen die Phantasie an, indem Kinder sich das Gehörte bildlich vorstellen. In jedem Hörspiel haben Kinder eine Lieblingsfigur, mit der sie sich identifizieren und mit der sie „mitfiebern“. Dadurch entwickeln sie ihre Empathiefähigkeit und erlernen soziale Handlungsmuster.
Auf auditive Inhalte reagieren Kinder übrigens ebenso intensiv und emotional wie auf Bilder. Manchmal sind Reaktionen beim Zuhören von Geschichten und Liedern sogar noch intensiver als bei Bildern. Deshalb sollten Kinder mit ihren Emotionen – auch mit Trauer oder Angst – nicht alleine gelassen werden. Es ist gut, wenn Eltern gerade jüngere Kinder beim Hören begleiten und ihnen Geborgenheit vermitteln. Wichtig ist auch, dass man Raum schenkt, um anschließend über das Gehörte zu sprechen.
Hörspiele dienen Kindern wie andere Medieninhalte zur Ablenkung, zur Entspannung, zum Zeitvertreib, zum Träumen und vielem mehr. Eltern sollten ein Auge – oder vielmehr ein Ohr – darauf/dafür haben, dass die Hörspiele nicht zur „Dauerbeschallung“ werden. Bei den Hörspielen gilt, wie bei anderen Bereichen auch: Pausen sind sinnvoll, und hier sind es Hörpausen. Ebenso tragen sie zur positiven Entwicklung eines Kindes bei. Sie fördern die Konzentrationsfähigkeit sowie die sprachlichen Fähigkeiten. Das wiederholte Hören eines bestimmten Titels kann den Wortschatz erweitern, da das Kind bestimmte Phrasen aus dem Hörspiel auswendig lernt. Darüber hinaus regt das rein auditive Medium die Vorstellungskraft der Kinder an.
Kinder können auch selbst eigene Hörspiele aufnehmen. Selber eine Geschichte ausdenken und diese aufnehmen schult das eigene Gehör, fördert die Kreativität und das sprachliche Ausdrucksvermögen.
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Ein Beitrag von Christian Reinhold und Martina Kern
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Über den Autor
War über 10 Jahren Redakteur der Initiative Kindermedienland. Privat fotografiert er leidenschaftlich gern und spielt Gitarre.
Christian Reinhold
Projektmanagerin
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