Speziell soziale Medien wie YouTube, TikTok oder Instagram spielen heutzutage eine essenzielle Rolle in der Identitätsbildung Heranwachsender. Selbstdarstellung im Netz ist für viele Kinder und Jugendliche elementarer Teil ihrer Lebenswirklichkeit. Doch in der Regel erfahren nur diejenigen Profile Aufmerksamkeit und Likes, die dem gängigen Schönheitsideal entsprechen: Männlichkeit wird mit Muskeln und Sportlichkeit gleichgesetzt, während bei Frauen das Schlanksein und ein perfekter Teint im Vordergrund stehen.
Diese Bilder vermeintlich perfekter Menschen werfen jedoch Fragen in den Bereichen des Verbraucher*innen- und Jugendmedienschutzes auf. Es wird getrickst und manipuliert, um Makellosigkeit zu suggerieren, die wenig Raum für Vielfalt und Individualität lässt, ja, die sogar gesundheitsgefährdend sein kann. Produktwerbungen der schönen, erfolgreichen Influencer*innen täuschen zudem eine falsche Authentizität vor: Gegenüber ihren Fans präsentieren sich Influencer als vermeintliche Freunde, als Personen, die ihnen ähnlich sind. Dabei geht es meist jedoch nur darum, Produkte zu verkaufen. Bei den Kindern und Jugendlichen entsteht indes der Eindruck, dass sie ebenso perfekt sein können wie ihre Vorbilder, wenn sie nur die beworbenen Produkte nutzen.
Um Heranwachsende für diese Problematiken zu sensibilisieren und sie in ihrer Entwicklung zu souveränen Mediennutzer*innen zu unterstützen, setzt das Landesmedienzentrum Baden- Württemberg (LMZ) seit vielen Jahren Workshops an Schulen um. Darüber hinaus informiert, schult und berät das LMZ Eltern, Lehrkräfte sowie Fachkräfte der außerschulischen Bildung in allen Belangen des Jugendmedienschutzes.
Auch das Ministerium für Ländlichen Raum- und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) informiert und sensibilisiert verschiedene Zielgruppen zum Umgang mit digitalen Medien. Innerhalb der Initiative Verbraucherbildung Baden-Württemberg geht es darum, die Alltags- und Konsumkompetenzen von Verbraucher*innen verschiedenen Alters in der analogen und digitalen Welt zu stärken. Um Lehrkräfte bei der Umsetzung der Leitperspektive Verbraucherbildung zu unterstützen, fördert das MLR Projekte, die entsprechende Angebote für den Unterricht entwickeln – darunter auch das Projekt „Algorithmen“ des LMZ.
Die Herausgeber wollen Lehrkräfte mit dieser Handreichung bei der Umsetzung der Leitperspektiven Verbraucherbildung und Medienbildung unterstützen. Dazu findet man in dieser Handreichung neben fachlichen Hintergründen rund um die Themen Verbraucherschutz, digitale Medien und jugendliche Medienwelten viele praktische Impulse, Materialien und konkrete Szenarien für den Unterricht.
Herausgeber: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Publikationsdatum: 2020
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